Toni Thoma: «Mit dem neuen Geschäftsleitungsmodell, das wir ab dem 1. Juni 2027 einführen, schaffen wir klare Zuständigkeiten.»
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30.10.2026 08:00
«Ich nehme jede Kritik und Anregung ernst»
Berg wächst und steht vor neuen Herausforderungen. Im Interview spricht Gemeindepräsident Toni Thoma darüber, wie sich die Gemeinde entwickelt, welche Ziele er sich zu Beginn seiner Amtszeit gesetzt hat und was er in der bisherigen Zeit bereits erreichen konnte.
Herr Thoma, mit der Fertigstellung des Ziegeleiquartiers könnte Berg bis 2033 von derzeit rund 3500 auf 4500 Einwohner wachsen. Wie verhindern Sie, dass das Dorf dabei seinen Charakter verliert?
Das Wachstum wird unser Dorf zweifellos weiterentwickeln. Ich sehe darin selbstverständlich einige Herausforderungen aber vor allem neue Chancen. Es eröffnen sich neue Möglichkeiten für das lokale Gewerbe und attraktive Angebote für die gesamte Bevölkerung.
Entscheidend ist, dass wir unseren starken Zusammenhalt, die aktiven Vereine und das vielfältige Dorfleben pflegen. Ich bin überzeugt, dass Berg seinen Charakter bewahren und gleichzeitig an Attraktivität gewinnen kann.
Was ist aus den Anliegen zum neuen Dorfzentrum geworden? Welche Rolle spielen Gewerbe, Spielplatz und Grünflächen?
Die öffentliche Mitwirkung ist abgeschlossen. Vom 23. Oktober bis 12. November 2026 kann der Gestaltungsplan im Gemeindehaus in Berg eingesehen werden. Vorgesehen ist ein Dorfzentrum, das die verschiedenen Bedürfnisse wie Wohnen, Gewerbe und Begegnungsmöglichkeiten verbindet. Auch Grünflächen sind dabei eingeplant und sollen dazu beitragen, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner gerne im Dorfzentrum aufhält.
Das neue Gemeindehaus kostet rund vier Millionen Franken. Wie weit ist das Projekt, und wann wird gebaut?
Die Gemeindeversammlung hat den Gemeinderat beauftragt, die Möglichkeit eines Neubaus des Gemeindehauses im Rahmen der Überbauung des Dorfzentrums zu prüfen. Dazu haben wir kürzlich eine Anfrage an die BEWOGE gerichtet. Sobald die Abklärungen vorliegen, möchten wir der Bevölkerung die nächsten Schritte aufzeigen. Wir gehen davon aus, dass wir an einer der beiden Gemeindeversammlungen im kommenden Jahr über das weitere Vorgehen entscheiden können.
Das Chinderhuus Zauberberg soll im Dezember eröffnen. Reichen die Betreuungsplätze für den künftigen Bedarf aus?
Wir sind in der sehr angenehmen Situation, dass wir in Berg über genügend Betreuungsplätze verfügen.
Wie sichern Sie die medizinische Versorgung, wenn Berg weiterwächst?
Im Bergerzentrum verfügt Berg über eine moderne Gemeinschaftspraxis mit einem ausgezeichneten Team. Die Praxis wächst weiter und es sind sogar Neupatientinnen und Neupatienten herzlich willkommen!
Nach Ihrer ersten, kurzen Amtszeit: Was ist Ihnen bisher gelungen – und was noch nicht?
Ich fühle mich in Berg sehr wohl und wurde von der Bevölkerung herzlich aufgenommen. Gemeinsam mit meiner Frau besuche ich gerne Vereinsanlässe und Veranstaltungen in Berg und der Region. Besonders schätze ich die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden der Verwaltung und den wertschätzenden, professionellen Umgang im Gemeinderat. Natürlich gibt es Projekte, die mehr Zeit benötigen als ursprünglich geplant. Wichtig ist mir, dass wir diese gemeinsam und mit Blick auf gute, nachhaltige Lösungen voranbringen. Ich bin mit Freude Gemeindepräsident und schätze es sehr, gemeinsam mit vielen engagierten Menschen die Zukunft von Berg mitzugestalten.
Welche Kritik aus der Bevölkerung nehmen Sie besonders ernst?
Ich nehme immer jede Kritik und Anregung sehr ernst. Ich freue mich auch immer über einen persönlichen Besuch im Gemeindehaus.
Sie stellen sich am 29. November zur Wiederwahl. Was wollen Sie in der nächsten Legislatur unbedingt erreichen?
Die Legislaturziele werden wir als neuer Gemeinderat gemeinsam festlegen. Für mich ist wichtig, dass wir das Wachstum so gestalten, dass die ganze Bevölkerung davon profitiert und Berg seine hohe Lebensqualität bewahrt. Ebenso zentral sind gesunde Gemeindefinanzen und eine vorausschauende Finanzplanung. Mit dem neuen Geschäftsleitungsmodell, das wir ab dem 1. Juni 2027 einführen, schaffen wir zudem klare Zuständigkeiten: Der Gemeinderat konzentriert sich auf die strategische Führung, während die Geschäftsleitung und die Verwaltung für die operativen Aufgaben verantwortlich sind. Damit wollen wir Berg zukunftsorientiert, effizient und gut aufgestellt weiterentwickeln.
Interview: Angelina Rabener