06.11.2026 04:00
Sozialprojekt mit grosser Wirkung
Der Pastoralraum Kreuzlingen spendet 80'000 Franken für den Neubau einer Schule im Togo
Das diesjährige Sozialprojekt der katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen unterstützte den Bau einer Schule im Norden Togos. Pfarrer Edwin Stier und David Pérez, Pfarrei- und Sozialarbeiter, waren im Oktober vor Ort und kehrten begeistert, voller Eindrücke und Erlebnisse nach Hause zurück.
Kreuzlingen Im abgelegenen Dorf Kombiabagou im Norden Togos entstand in den vergangenen Monaten eine neue Grundschule, die 168 Mädchen und Jungen Platz zum Lernen bietet. Das Projekt umfasste den Bau eines Schulgebäudes mit drei grossen Klassenzimmern, einem Direktionszimmer und einem Vorbereitungsraum für Lehrkräfte. Damit Bildung nicht an mangelnder Infrastruktur scheitert, wird auch ein Sanitärtrakt mit sechs Latrinen errichtet – getrennt für Mädchen und Jungen. Für dieses Projekt sammelte die katholische Kirchgemeinde 80'000 Franken. Der Verein «Des Sourires pour le Togo» hat im Land schon zahlreiche Projekte umgesetzt, von Brunnen über Kindergarten bis hin zum Spital. Als Vereinspräsident übernahmen Yanek Schiavone die Aufgabe des «Reiseleiters».
Die Gemeinschaft hilft mit
Die Regierung lege Wert darauf, dass die Schulhäuser alle gleich aussähen und nur in ihren Kapazitäten unterschiedlich seien, erklärt Yanek Schiavone. Und da das Fundament der neuen Schule vor der Regenzeit realisiert werden musste, flossen die Gelder aus dem Sozialprojekt tranchenweise. «Der Bau wurde dokumentiert, wir waren ständig über den Baufortschritt informiert und wussten, wo das Geld hinfloss», erläutert David Pérez. Beeindruckend sei die Gemeinsamkeit: «Die Gemeinschaft hilft mit, die Menschen sind mit Herz und Hand beteiligt». Pfarrer Edwin Stier nach seiner Reise: «Togo geht mir so nah, die Bevölkerung ist so herzlich und offen, freundlich und grosszügig». Da sich das neue Schulhaus im Norden Togos in einem Sperrgebiet befindet, wäre es ohne die die Unterstützung vor Ort nicht möglich gewesen, die Dörfer zu besuchen. Der Verein «Des Sourires pour le Togo» ist seit Jahren im Land tätig: «Nur dank dieser Beziehungen war es möglich, die Projektreise zu unternehmen», Edwin Stier. Yanek Schiavone bestätigt: «Der ganz grosse Aufwand ist vor der Reise, alle Abklärungen, die Anmeldungen, der Materialtransport, alles muss im Vorfeld detailliert geklärt sein».
Mit Trommel und Tanz
Was David Pérez und Edwin Stier besonders beeindruckt hat, war die Präsenz der hohen Würdenträger an jeder Einweihung. Insgesamt acht Projekte des Vereins wurden während der Reise offiziell in Betrieb genommen, mit dabei waren, neben der Bevölkerung jeweils auch Bürgermeister, Präfekten und einheimische Pfarrer. «Es waren richtige Dorffeste mit Trommeln und Tanz», fasst Edwin Stier zusammen. Das Programm sei moderiert worden, er selbst habe mit Wasser aus den Brunnen und Palmblättern alle Räume gesegnet. «Diese glücklichen Kindergesichter, wenn sie erstmals die Schule betreten, Platz nehmen, ihr Schulmaterial bekommen, das ist ganz sicher ein wunderbarer Moment», sagt David Pérez. Und das Sozialprojekt habe den Kindern eine Bildungsperspektive gegeben. Nun gelte es, das Projekt nachhaltig zu unterstützen. Gegenseitiges Vertrauen sei wichtig, ergänzt Edwin Stier, eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Aus seiner geschichtlichen Perspektive habe er dem Land «einen kleinen Funken zurückgegeben». Ganz wichtig sei es, so sagt es Yanek Schiavone, dass «die Projekte funktionieren, dass Schulen, Brunnen, Spital und Kindergarten nachhaltig betreut werden». Natürlich vor allem von der einheimischen Bevölkerung, hält er fest. Der Verein habe vor Ort einen hohen Level erreicht, das Team übernehme Verantwortung, wisse, wo der Schuh drücke, nehme die Bevölkerung mit an Bord und sei in allen Bereichen eingespielt. «Wenn einer allein träumt, bleibt es ein Traum. Träumen wir aber alle gemeinsam, wird es Wirklichkeit», dieses Zitat von Dom Hélder Camara sei der rote Faden, der Leitsatz und das Motto der Reise gewesen», so ein noch immer beeindruckter Pfarrer Edwin Stier.
Von Kurt Peter