KIK-Programmleiter Micky Altdorf veranstaltet dieses Jahr das letzte Festival. ⋌Kurt Peter
25.09.2026 04:00
Es hat sich ausgeKIKt
Die erfolgreiche Veranstaltungsreihe geht im Herbst leider in die letzte Runde
Nach 25 Jahren ist Schluss, das kommende Festival «Kabarett in Kreuzlingen» wird das Letzte sein. Dies gab Programmleiter Micky Altdorf am Dienstagmorgen bekannt und nannte verschiedene Gründe für diese Entscheidung.
Kreuzlingen Das kommende KIK-Festival soll ein würdiger Abschluss einer seit 25 Jahren bestehenden Reihe an Kabarett-Veranstaltungen sein. Am Dienstagmorgen informierte Programmleiter Micky Altdorf einerseits über das kommende Festival, andererseits über die Gründe, warum das KIK-Festival nicht mehr weiter existieren wird. Einer der Gründe: Der Publikumsschwund der vergangenen Jahre.
Immer weniger Publikum
«Es wurde immer schwieriger, grosse Säle zu füllen», blickt Micky Altdorf zurück. Mit grossen Sälen meint er beispielsweise den Kreuzlinger Dreispitz. Diese Entwicklung habe nicht mit der Pandemie eingesetzt, sondern bereits früher. Er führt diesen Publikumsrückgang auch auf ein gesunkenes Medieninteresse zurück: «Am Anfang des Festivals waren alle Printmedien der Region an den Presse-Gesprächen vor Ort, auch der für uns wichtige Konstanzer Südkurier». Das klassische KIK-Publikum informiere sich vorwiegend über Zeitungen, «natürlich bedienen wir auch die Onlinedienste, aber die Resonanz ist nicht sehr gross».
Ein weiteres Problem sei die Tatsache, dass die Arbeit im Verein zu 75 Prozent von ehrenamtlichen Mitgliedern getragen werde. Das Interesse am Engagement sei deutlich zurückgegangen, macht Micky Altdorf geltend. Er habe sich aufgrund der vorliegenden Umständen im Sommer 2025 entschieden, die Leistungsvereinbarung 2027 bis 2030 mit dem Kanton nicht mehr zu verlängern. Bestehen bleibe die Leistungsvereinbarung mit der Stadt, denn «der Verein löst sich nicht auf, sondern wird nach dem Umbau des Kult-X im neuen Theaterraum mit 140 Plätzen einzelne Kabarettveranstaltungen und Minifestivals durchführen.
Bewährtes und Neues
Das KIK gehöre zu den drei Top-Festivals in der Schweiz und könne inhaltlich problemlos mithalten. So setze auch das letzte Festival auf Qualität und nicht auf einen Eventcharakter. Die Bühnen sind dieses Jahr das Kulturzentrum Dreispitz sowie, für eine Veranstaltung, die Löwenarena Sommeri. «Wir bringen vier Schweizer Premieren ans KIK, fünf Künstlerinnen und Künstler mit dem Deutschen Kleinkunstpreis im Gepäck, zwei Auftretende mit dem Salzburger Stier und drei mit dem Schweizer Kabarettpreis Cornichon», erklärt Micky Altdorf. Und natürlich zeige das KIK auch neue Programmpunkte.
Start zum KIK ist am 21. und 22. Oktober, wenn Ursus und Nadeschkin zweimal im Dreispitz auftreten. Sie zeigen ihr neuestes Programm, «eine aberwitzige Expedition ins Ungewisse», wie es im Programm heisst. Auf Max Uthoff, der am 23. Oktober in den Dreispitz kommt, freut sich Micky Altdorf besonders. Max Uthoff stehe für politisches Kabarett mit Schärfe und Witz. Mit feiner Ironie und pointierter Sprache verbindet Max Uthoff Analyse und Unterhaltung. Nach Sommeri in die Löwenarena geht es am Samstag, 31. Oktober, wenn Ulan & Bator auf der Bühne stehen. Sie feiern das 25-Jahr-Jubiläum mit einem Abend aus Lieblingsnummern, bekannten und unbekannten Klassikern.
Erstmals im KIK-Programm ist Quichotte, der sich zwischen Stand-up Comedy, Musik, Freestyle-Rap und einem gewissen Lieblingsbäcker bewegt. Und läuft dabei zu satirischer Hochform auf. Schweizer Premiere feiert Andreas Rebers am Donnerstag, 5. November im Dreispitz mit seinem Programm «I gang grad wieder», worin er aufzeigt, dass es Gründe gibt, Deutschland zu verlassen und in der Schweiz zu bleiben. Als eine der humorvollsten Singer-Songwriterinnen im deutschsprachigen Raum gilt Miss Allie. Sie bringt am Donnerstag, 12. November, im Dreispitz eine einzigartige Mischung aus modernem Liedercharming, charmantem Humor und scharfzüngiger Sozialkritik auf die Bühne. Den Schluss des Festivals bestreiten Riklin und Schaub. Der letzte KIK-Abend steht am Freitag, 13. November, unter dem Motto «Lieder, die ins Auge gehen». Dabei ist Unterhaltung mit Haltung angesagt.
Von Kurt Peter