20.11.2025 05:00
Das Abenteuer Haus C ist ein Erfolg
Urs Haubensak blickt auf seine Zeit als Genossenschaftspräsident zurück und spricht von vielen Herausforderungen
Am 2. Juni 2026 wählt die Genossenschaftsversammlung des Alterszentrums Kreuzlingen einen neuen Präsidenten. Urs Haubensak tritt nach neun Jahren vom Amt zurück und blickt auf eine turbulente Zeit zurück, geprägt von intensiver Zusammenarbeit in verschiedenen Gremien und zahlreichen persönlichen Begegnungen, von Bau und Pandemie.
Kreuzlingen Als Nachfolger von Carl Ruch trat Urs Haubensak im Jahr 2017 sein Amt als Präsident der Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen an. «Es waren grosse Aufgaben zu bewältigen», kann er sich erinnern. Vor allem im Bau sei viel unternommen worden, zunächst sei der Umbau des Hauses A West in Angriff genommen worden. «Der grosse Brocken war der Bau des Hauses C mit 60 Wohnungen».
Eintrittsalter höher als erwartet
Es sei ein Abenteuer gewesen, vor allem habe auch der Vorstand nicht genau gewusst, wie hoch das Bedürfnis nach den Wohnungen an der Kirchstrasse überhaupt sei. «Wir gingen ein gewisses Risiko ein, im Rückblick hat es sich allerdings gelohnt, die Nachfrage ist hoch. Getäuscht haben wir uns nur beim Eintrittsalter, mit durchschnittlich etwa 83 Jahren ist es einige Jahre später als ursprünglich angenommen», erklärt Urs Haubensak. Dies führe zu etwas anderen Bedürfnissen, insbesondere bezüglich der Unterstützung. Ein Jahr nach der Eröffnung zeige sich, dass das Haus C funktioniere und die Bewohnenden zufrieden seien. «Eine Erfolgsgeschichte», zieht Urs Haubensak Bilanz.
Eine weitere grosse Herausforderung sei die Corona-Pandemie gewesen. Er hätte vielleicht einige Massnahmen anders gemacht, aber «wir sind den Anweisungen der Verantwortlichen gefolgt». Schwierig sei die Zeit der Schliessung gewesen, viele Bewohnende hätten die Besuche von Angehörigen und Freunden vermisst. «Sogar Demenzkranke, was man eher nicht erwarten würde, reagierten negativ auf die Zeit ohne Besuche». Als Präsident habe er die Verantwortung getragen, «bei Amtsantritt habe ich solche Herausforderungen nicht erwartet».
Strategieprozess angestossen
Rückblickend sehe er seine Amtszeit sehr positiv. Es habe viele Veränderungen gegeben, einige politisch bedingt, andere durch die Entscheidungen der Genossenschaft. «Der Höhepunkt war die Eröffnung des Hauses C. Es war ein schönes Fest welches mir die Gewissheit gab, vieles richtig gemacht zu haben». Geschäftsführer Marco Styner lobt Urs Haubensak für seine Arbeit: «Er wirkte auch im stürmischen Umfeld immer ausgleichend». Doch noch ist Urs Haubensak im Amt und die Vorsteherschaft «hat einen Strategieprozess angestossen, den wir im Frühling abschliessen werden.» Das Thema «Erweiterung» sei nach wie vor wichtig, denn die Boomergeneration komme langsam ins Alter der Pflege und Betreuung. Darauf müssten alle Heime vorbereitet sein, es würden dann sicher mehr Betten gebraucht. «Wir wollen eine nachhaltige Entwicklung sicherstellen und ein inhaltliches wie auch quantitatives Wachstum anstreben», ergänzt Marco Styner.
Als Nachfolger von Urs Haubensak schlägt der Vorstand der Genossenschafterversammlung am 2. Juni 2026 Sylvère Mérillat vor. Aus erstaunlich vielen Bewerbungen und den vier in der engeren Auswahl verbliebenen Personen habe sich der Vorstand einstimmig für Sylvère Mérillat entschieden. Vorausgegangen sei ein Qualifikationsverfahren unter der Beratung eines spezialisierten Beratungsbüros, so Urs Haubensak. Sylvère Mérillat ist 63 Jahre alt und wohnt in Kreuzlingen. Er absolvierte die renommierte Hotelfachschule «Ecole Hôtelière de Lausanne», das Unternehmerseminar SHV/VDH sowie eine am Institut für Angewandte Psychologie absolvierte Zusatzausbildung im Bereich Ausbildung und Erwachsenenbildung. Der Vorstand ist der Überzeugung, dass «Sylvère Mérillat über eine langjährige Erfahrung in strategischer Entwicklung, Unternehmensführung und Bildungsinnovation verfügt und ein fundiertes operatives Verständnis mitbringt». Urs Haubensak freut sich, auch in Zukunft der Institution freundschaftlich verbunden zu bleiben. So hat er unter anderem am 14. Februar 2026 eine Lesung aus seinem Buch «Ein Leben in Geschichten» geplant.
Von Kurt Peter